Die verlorene Liebe in Gauklerloch

Handlung

Es ergab sich, dass ein stattlicher Bauernsohn Gefallen an einer jungen zarten Gauklerin fand. Die Liebe ließ beide nicht mehr los und so ritzten sie Ihr Herz in den Radabweiser am Tor zu seines Vaters Scheune. Ungefähr da, wo heute die Volksbank steht. Die Liebenden wollten den Zeitgeist der Romantik am Schopfe packen und mit Ihrem Liebesglück in die Welt hinausziehen.
Der Bauer sah es und verdammte alle Gaukler, damit sie für immer verschwinden.
In der Nacht aber war ein großes Hochwasser gekommen, der Weg der damals tiefer lag, stand kniehoch unter Wasser. Trotzdem trieben die Gaukler in ihrer Flucht vor dem Wasser ihre Pferde mit Wägen hindurch. Dabei kam der Wagen unserer zarten Gauklerin von der Straße ab. Sie geriet in das große Sumpfloch neben der Saalebrücke, in dem sie versank.
Der Bauernsohn wollte sie retten, aber der Bauer hielt seinen Sohn von seiner aussichtslosen Tat zurück, die Strömung der Saale hätte ihn sonst mit verschlungen.

Überlieferung

Es war in der Romantik, Epoche der großen Gefühle (1795-1835), die Salzburg war zerfallen und zum Steinbruch zweckentfremdet.
Noch bevor Theodor und Maria von Guttenberg 1893 nunmehr alleinige Eigentümer der Grundherrschaft Neuhaus mit der Salzburg waren.
Zu dieser Zeit, so wird erzählt kamen immer wieder Berufsschauspieler nach Herschfeld, um auf der Burg ihr Schauspiel darzubieten. Die jungen Bewohner aus Herschfeld unterstützten sie als Laiendarsteller .
Ihr Lager schlugen sie rechts vor der Brücke am Wasser der Saale auf. Es ergab sich ein geselliger Austausch, proben, feiern, spielen und leben, einfach romantisch.

Später

In sich gezogen und betrübt verging lustlos die Zeit. Der alte Bauer wollte aber, dass der Hof wieder aufblühte, deshalb bestellte wie es üblich war den Hochzeiter oder Schmuser für seinen Sohn. Der alte Bauer und der Schmuser wurden Handelseinig und eine gute Partie war gewonnen, zumal sich die Felder des Hofes dadurch vermehrten.

Die neue Bäuerin merke das ihr Mann jetzt Hofbauer immer an den Radabweiser mit den Herzen vorbeischlich und es streichelte. Sie stellte ihn zur Rede, sodass er Ihr seine Geschichte der Sehnsucht erzählte.

Voller Respekt zueinander verbrachten Sie ein arbeitsames vertrautes Leben mit einander. Als Ihre Kinder pflücke waren schickten Sie den Hochzeiter (Schmuser) in die Wüste, damit Ihre Nachkommen die Sehnsucht der Liebe erfahren können.

Veränderungen in 3. Reich

Einmal machten die Zigeuner in Herschfeld halt. Sie wahrsagten, lasen aus der Hand und Bettelten. Dabei stahl eine Zigeunerin aus einem Bauernhof Geflügel. Schnell brachen sie ihren Lagerplatz ab und wollten verschwinden.
In der Nacht aber war ein großes Hochwasser gekommen, die Straße, die damals noch tiefer lag, Stand kniehoch unter Wasser. Trotzdem trieben sie ihre kleinen Pferde hindurch. Dabei kamen sie von der Straße ab, gerieten in das große Sumpfloch „Herschfelder Zigeunerkessel“. Der Zigeunerwagen soll in bestimmten Nächten zum Schrecken von „Spätheimkehrern“ emporsteigen.

Eine Herschfelderin berichtet das Ihre Oma die Sage „die verlorene Liebe in Gauklerloch“ in dieser Zeit (Hitler) zwischen einem unscheinbaren Buche versteckte und nur von starken Frauen nacherzählt werden dürfe.

Zur Ergänzung muss gesagt werden, dass dieser „Zigeunerkessel“ im Zuge der Flurbereinigung 1958 zugeschüttet wurde.“
Hier geht die Sage weiter. Was passierte mit den Radabweiser des Herzens, der mit dem kompletten Torbogen im Gauklerloch 1958 verschwunden ist.
Erzähl uns diese Geschichte.

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